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Rezension
The New Jedi Order 14: Destiny’s Way
Zum Cover ist jetzt nicht soo viel zu sagen... typisch Nielsen eben, hat nicht viel mit dem Inhalt gemein, einige Elemente sind gut, andere nicht so toll umgesetzt. Auf dem Buchrücken findet man Jacen wieder, was die Frage aufwirft, wen wir da beim letzten Hardcover sehen werden (VP: Luke, BP: Han, SbS (das HC, beim PB nicht): Leia). Jaina?
Das Buch beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der vorhergehenden 13 Bände, nicht lang, nur etwa eine Seite. Dann geht’s los: Leia und Han fliegen mit dem Falken nach Bastion, um mit Pellaeon ein Pläuschchen abzuhalten. Begleiten tut sie Dorja, eine imperiale Offizierin, die da zufällig auch hin will. Eigentlich fängt der Roman ganz gut an, Han und Dorja geraten etwas aneinander, was imperiale Vorgehensweisen bei Feindsichtung angeht, alles ganz amüsant geschrieben. Dann aber kommt Teil 2 des ersten Kapitels... der Falke gerät in einen Hinterhalt und wird von einer Staffel Korallenskipper angegriffen. Er besiegt sie alle mittels eines Manövers (“Solo Slingshot”), das ich nicht ganz verstanden habe, das aber im Verlauf des Buches noch wichtig wird. Naja. Ich weiß, dass Han gut ist, und Leia und Dorja können wohl schießen, aber... ein klein wenig unrealistisch war das schon. Trotzdem, das allein hätte mir das Buch nicht vermiesen können.
Gleich in diesem ersten Kapitel merkt man aber auch schon zwei weniger erfreuliche Punkte, die sich durchs ganze Buch ziehen: zum einen ist Walter Jon Williams’ Schreibstil nicht gerade berauschend (finde ich zumindest; Wiederholungen können ja ein Stilmittel sein, aber wenn in einem Satz vier mal das gleiche Wort auftaucht und selbst ich diese Anhäufung hätte vermeiden können, kann man kaum mehr von Absicht sprechen) - richtiges SW-Feeling wollte bei mir nur in wenigen Szenen aufkommen, und WJW hat es auch nicht geschafft, mich hinein zu ziehen in ‘seine’ Welt (im Gegensatz zu Aaron Allston, Troy Denning, stellenweise Elaine Cunningham und natürlich Matthew Woodring Stover, wenn ein Vergleich mit letzterem auch leicht unfair ist) -, und zum anderen hat der Lektor hier wirklich gepennt. Continuity-Fehler, wo man hinschaut. Ein paar habe ich mir rausgeschrieben (mehr oder minder chronologisch): - WJW behauptet, die Strahlen einer Laserkanone würden sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen (in unserer Welt ja, aber dass dem in der GFFA nicht so ist, merkt man schon in ANH) - der Falke würde sich angeblich mit 90%iger Lichtgeschwindigkeit bewegen (siehe oben) - Jag Fels gesamte Staffel besteht plötzlich aus Chiss-Clawcraft - Corran ist Leiter der Sonderstaffel - Pellaeon ist plötzlich Großadmiral - die X-Wings fliegen in einer solcherart gestalteten Formation, dass der eine jeweils 20 km von den anderen entfernt ist - Tenel Ka hat auf einmal graue Augen - Vale, Jainas ‘Flügelmann’ wird erst als Duro, dann als Neimoidianer beschrieben - Nylykerka, Chef des militärischen Geheimdiensts, darf plötzlich im Hohen Rat mitbestimmen, obwohl er gar nicht drin sitzt - angeblich sollen nur sechs Voxyn den Sturm auf Myrkr überlebt haben; dass das nicht stimmt, beweist ‘Rebel Stand’ - die Schmugglerallianz wurde schon lange vorher aufgelöst, wenn ich mich nicht irre, und hier ist sie wieder putzmunter - mehrmals wird von Staffeln geredet, wenn eigentlich ‘Kampfgruppen’ gemeint sind - Ta'laam Ranth ist eigentlich weiblich - Tresina Lobi wird als 'mit Rüssel' beschrieben; dann ist sie aber keine Chev, sondern eine Chevin Und das sind noch längst nicht alle.
Nun denn. Was geschieht weiter? Kaum hat Han die Vong-Staffel aus dem Himmel gepustet, als eine weitere auftaucht, Glücklicherweise kommt in diesem Moment Jag Fel mit seiner Staffel Clawcraft (siehe oben) angebraust, um sie zu retten. An diesem Kapitel hatte ich nicht soo viel auszusetzen, nur fand ich Jag etwas arg out-of-character; ich zumindest hätte ihn anders geschrieben. Vielleicht verständlich, wenn man weiß, dass DW im Prinzip schon fertig war, als es für die vier Bücher davor noch nicht mal detaillierte ‘Outlines’ gab, aber trotzdem.
Kapitel 3 führt den Aspekt von DW ein, der mir am meisten gefallen hat: den politischen. Wenn man von dem beeindruckenden ‘Cloak of Deception’ absieht, gab es seitens den Buch-EU vor DW keinerlei Vorstoß in dieses Gebiet, entsprechend erfrischend liest sich das ganze dann. imho hat Williams das auch gut rüber gebracht. Zwei der Senatoren, die hier wichtig werden (Cal Omas und Triebakk), sind übrigens in SbS gestorben, aber gut, man kann immer behaupten, man hätte sich in dem Chaos getäuscht (nur hätte das imho in DW erwähnt werden sollen, wenigstens in einer kleinen Zeile).
Auf zu Kapitel 4: Auf Jainas Vorschlag hin hat sich eine recht große Angriffsgruppe der NR bei Obroa-Skai in den Hinterhalt gelegt, um einen Konvoi abzufangen, in dem sich angeblich Supreme Overlord Shimmra persönlich befindet. Er ist es nicht, aber trotzdem ist die folgende Schlacht meiner Meinung nach die am besten geschriebene im ganzen Buch, wenn auch - wie alle anderen - etwas zu lang für meinen Geschmack. Und wie bei jeder dieser Schlachten kommen die Vong zwar nicht ganz so dumm rüber wie in manch anderen Romanen, aber sonderlich intelligent stellen die Piloten sich auch nicht an, ausgeschalteter Yammosk hin oder her. Leider tritt hier Punkt-der-sich-durchzieht Nr. 3 zu Tage: Williams hat sich durch eine Menge Literatur gelesen, bevor und während er DW schrieb, weil er, bevor er diesen Job bekam, nur die Filme kannte. Und er bringt eine Menge Anspielungen darauf ein (teilweise gar ironischer Natur, wie das Gespräch zwischen Dorja und Han am Anfang). Wie auch bei Lucenos ‘Agents of Chaos’-Duologie wird man aber fast schon erschlagen von den ganzen Details, was auch nicht Zweck der Sache sein kann. Weiterhin ist ein wichtiger General im Verlauf des Buches niemand geringeres als Keyan Farlander, einer der wenigen Überlebenden der Schlacht von Yavin, der vorher exakt ein mal erwähnt wurde, im PC-Spiel ‘X-Wing’ nämlich. Schon klar, dass nicht immer die gleichen alte Leute in Führungspositionen sein müssen, aber warum ausgerechnet jemand wie Farlander? Auch, wenn das jetzt seltsam klingt, jemand neues wäre mir lieber gewesen. Unrealistisch dann wieder, dass Bel Iblis immer noch in Action ist... ich meine, wie alt ist der inzwischen? 90? (Ja, ich weiß, dass daran die anderen Autoren schuld sind, aber trotzdem.)
Kapitel 6 bringt Vergere wieder mit ins Spiel, die imho zunehmend verliert während des Buchverlaufs. Das mag durchaus absichtlich geschehen sein (siehe dazu später), aber trotzdem... Die Geschichte, die sie erzählt, wie sie zu den Vong kam, ist interessant, eine meiner Lieblingsstellen in DW. Aber ich habe - Zonama Sekot bezüglich - immer noch so meine Zweifel. Wir werden in der ‘Force Heretic’-Trilogie sehen, was es wirklich damit auf sich hat.
Kapitel 10 bringt die Vong endlich wieder ein, unter anderem jemanden, auf den ich lange gewartet habe: Supreme Overlord Shimrra. Leider wurde ich eher enttäuscht. Statt des Teufels höchstpersönlich machen wir nur die Bekanntschaft eines mehr oder weniger mächtigen Mini-Belzebubs, der einen irgendwie an Joruus C’baoth und eine bestimmte literatur-historische Persönlichkeit erinnert (an die ich mich gerade nicht erinnern kann ). Ein interessanter Charakter, zweifelsohne, aber... ich hatte mir mehr versprochen, keinen bösen König, sondern ein aus dem Dunkel agierendes, teuflisches Superhirn, dessen wahre Gestalt man nie zu sehen bekommt. “Alas”, würde der Engländer sagen, es hat nicht sollen sein. Die Vong halten ein großes Treffen ab, eine Art Ratsversammlung unter Führung Shimrras, mit Vertretern aus allen Kasten. Nicht nur wird hier deutlich, dass die Vong gar nicht so menschenunähnlich sind, wie man denken könnte (eine Weiterführung dieses mit ‘Edge of Victory’ begonnenen Prozesses), auch die Idee mit Jacens Beeinflussung des Weltgehirns wird wieder aufgenommen; leider nur insoweit entwickelt, dass das Hirn den Vong einige Unannehmlichkeiten bereitet (eine Art Windpocken z.B., und während einer wichtigen Zeremonie gibt es einen kleinen ‘Unfall’ innerhalb des ‘Exkrementaufbereitungsorgans’, der dazu führt, dass der Platz mit, nun, Sch... überfließt). Ich hoffe da auf mehr in den nächsten Bänden. Tsavong Lah, der hier auch wieder auftritt, ist imho übrigens mehr schlecht als recht dargestellt und macht irgendwie eine schlechtere Figur als in früheren Bänden. Sein Fanatismus war ein klein wenig übertrieben gezeigt, finde ich.
Zurück zu Han und Leia. Bis dahin hatte mir das Buch mehr oder weniger gut gefallen, danach ging es imho jedoch abwärts. Das fängt schon mit der Darstellung von Pellaeon und dem Imperium an: Der Imperiale Rand ist auf einmal ein totalitäres Regime, das Nichtmenschen hasst und überhaupt dem Imperium aus den Filmen so ähnlich ist, dass es schmerzt; die 20 Jahre dazwischen fallen einfach unter den Tisch. Weiterhin wird Pellaeon wie ein böser, intriganter, Politiker dargestellt, dem Macht über alles geht und der als Quasi-Dikator über die imperialen Welten herrscht (obwohl in Ruin explizit was ganz anderes gesagt wird). Pöh. Die schlimmste out-of-character-Darstellung überhaupt in dem Buch.
Nun, wenigstens kam danach eine sehr gute Szene. In oben erwähntem Rat der Vong wurde nämlich erwähnt, dass sich unter den Beschämten und den unteren Arbeitern Widerstandszellen bildeten, die den Aufstand noch nicht offen wagten, aber wo das Potential vorhanden wäre. Shimrra gefällt das nicht, tut die Sache aber ab als etwas, das nach dem Krieg aufgelöst werden muss. Aus Neugier infilitriert Nom Anor eine solche Gruppe und stellt fest, dass diese Bewegung, hätte sie einen Führer, durchaus ein Problem für die oberen Kasten darstellen könnte. Nach einer ‘Sitzung’ begegnet Nom Anor auf dem Nachhauseweg zufällig Onimi, scheinbar der beschämte Hofnarr Shimrras, und beschließt, ihm zu folgen. Der ‘damutek’, den der Beschämte betritt, ist ‘off limits’ für Nom Anor, aber durch ein geschicktes Schauspiel findet er etwas heraus, dass er schon lange vermutet hat: die Götter gibt es gar nicht, bzw. sie sprechen gar nicht zu Shimrra. Ist ein ziemlicher Sprung, oder? Fand ich auch. Einer der Krieger vor dem Damutek sagt nämlich: “Now clear out before they stick you in their blasted cortex!” Nach einem Gespräch mit einem gerade eben erst aus der ‘Shaper-Schule’ gekommenen Shaper wird ihm klar, dass dieser großartige achte Kortex gar nicht existiert und dass demnach Shimrra kein Bindeglied zu den Göttern ist. Das ist alles gut und schon, doch habe ich damit zwei Probleme: Wie aufmerksame Leser von ‘Rebirth’ wissen dürften, haben selbst die größten unter den Meister-Shapern keine Ahnung von diesem Kortex Nr. 8. Und hier weiß ein lispelnder Adept davon? Ganz zu schweigen davon, dass selbst die einfache Wache vor dem Damutek nicht nur von der Existenz des Kortex’ weiß, sie weiß auch noch, dass Nen Yim und ihre Kollegen ihn erst noch füllen müssen? Also ne, das hätte imho besser gelöst werden können. Aber zurück zu den Shamed Ones, die WJW und auch ich bisher nur so beiläufig erwähnt haben: Seit ‘Conquest’ predige ich, dass eines der wichtigsten Ereignisse in der NJO die Vong bezüglich ein Aufstand der Shamed Ones sein wird, der aber nur stattfinden kann, wenn sie einen Spartakus-ähnlichen Führer haben. Vua Rapuung wäre ideal für die Rolle gewesen. Dann Anakin. Dann Jacen. Auf Nom Anor wäre ich nie gekommen. Und doch scheint sich das Blatt des Schicksals so zu wenden, dass Nom Anor es sein wird, der die Niederen gegen die Oberen Vong führen wird (dann allerdings nicht als Spartakus, eher als Lawrence von Arabien oder gar Ben Hur). In diesem Zusammenhang sollten wir uns vielleicht mit dem Gedanken anfreunden, dass Nom Anor der ‘Staatschef’ einer neu entstehenden Vong-Nation sein könnte. Wenn ich schon bei der ‘Edge of Victory’ bin: Nen Yim taucht auf, hat aber nur ein oder zwei Szenen, die auch nicht sonderlich wichtig sind.
Weg von den Vong und zurück zur NR. Da haben wir inzwischen die Bekanntschaft von Admiral Kre’fey gemacht. Oder seinem Klon. Jedenfalls benimmt Kre’fey sich so ganz anders als früher. Sein neuer Wahlspruch, “How can I hurt the Vong today?” kommt von der Entscheidung der Bothan-Regierung, ar’krai zu verkünden: ein Kriegszustand mit den Vong, der nur mit der völligen Vernichtung einer der beiden Parteien enden kann. Und Kre’fey ist einer lautstärksten Vertreter dieser Entscheidung. So gar nicht sein Stil... und leider auch keine kleine Sache, so dass die folgenden Autoren sich daran halten müssen. Das ideale Mittel für die Bothan, schnell ihre Ziele zu erreichen, gibt es übrigens: Alpha Red. In der zweiten Hälfte des Romans wird uns nämlich anvertraut, dass der Geheimdienst der NR, zusammen mit Chiss-Wissenschaftlern, ein Gen entdeckt haben, dass es nur in den Vong und ihren Kreaturen gibt. Zwei Jahre hat’s gedauert, und dann war ein Virus fertig gestellt, der sich diese Eigenart zu Nutze macht, und der, wenn losgelassen, innerhalb weniger Wochen sämtliche Beweise dafür, dass die Vong je in der GFFA gewesen sind, vernichten kann. Mein erster Gedanke dazu war: “Sie sind zu spät, Herr Williams, die Bantam-Ära ist vorbei!” Und tatsächlich klingt das auf den ersten Blick wie eine typische KJA- oder hamblysche Superwaffe, gestützt natürlich dadurch, dass die Einführung unnötig scheint (gerade jetzt, wo die Republik wieder die Oberhand gewinnt) und sowieso irgendwie an den Haaren herbei gezogen und unwahrscheinlich (erst die Behauptung, dass die Vong genetisch mit Menschen fast identisch seien bis auf diesen einen Punkt, und dann, dass man überhaupt einen derartigen Virus entwickeln konnte; wenn das so ‘einfach’ ist, warum hat man’s z.B. bei Ssi-Ruuk und Yevethanern nicht genauso gemacht?). Auf den zweiten Blick eröffnen sich hier jedoch einige Möglichkeiten, allen voran natürlich die Spannung, die dieser Virus in das zukünfitge Vong-Mensch-Verhältnis und in den Hohen Rat bringt. Trotzdem wäre mir lieber gewesen, WJW (oder LFL, je nachdem) hätte Alpha Red raus gelassen. Eliminiert wird dieser Plotpunkt dadurch, dass Vergere die Pläne stielt, die vorhandenen Proben ‘vergiftet’ und dann untertaucht, und so den Alpha Red-Gegnern Zeit verschafft, das Vong-Problem anders zu lösen (siehe unten, Ackbars Plan).
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, was der Hohe Rat ist? Walter Jon Williams hatte, bevor das Buch heraus kam, einige Versprechungen gemacht. Eins von denen, die er tatsächlich gehalten hat, ist, dass die Spitze von Jedi und Republik reformiert werden würde. Der Senat der Republik hatte sich nach SbS nach Mon Calamari geflüchtet. Der Quarren Pwoe, der sich nach Fey’lyas Tod mal so mir nichts, dir nichts, zum Staatschef ernannte, hatte aber einen klitzekleinen Fehler begangen, und so standen bald Neuwahlen an. Die beiden viel versprechendsten Kandidaten für den höchsten Posten in der NR sind Cal Omas von Alderaan, ein Befürworter der Jedi, und Fyor Rodan, ein Senator, der für die Jedi nichts übrig hat (aus sehr logischen Gründen, möchte ich anmerken, Rodan ist keiner von denen, die die Jedi nicht ausstehen können, weil sie ihm seine illegalen Aktivitäten versalzen könnten). Nachdem Lando und Talon Karrde etwas ‘nachgeholfen’ haben, wird Omas gewählt. Tagesordnungspunkt Nr. 1: Wiedererrichtung des Jedi-Rats. Oder so. In einer kleinen Rede hatte Luke schon vorher dargelegt, dass Staat und Jedi mehr zusammen rücken müssten, zumindest temporär. Und so wird aus dem Jedi-Rat der Alten der Hohe Rat der Neuen Republik: 12 Mitglieder, 6 Jedi, 6 Vertreter der Staates (nicht willkürlich ausgewählt, sondern nach Position). Hier die Aufstellung: - Luke Skywalker, Mensch, Jedi (Vorsitzender) - Triebakk, Wookiee, Senator (Vertreter des Senats) - Cilghal, Mon Calamari, Jedi - Dif Scaur, Mensch, Chef des Geheimdiensts - Kenth Hamner, Mensch, Jedi - Ta’laam Ranth, Gotal, Senator (Vertreter des Justizministeriums) - Cal Omas, Mensch, Staatschef - Kyp Durron, Mensch, Jedi - Releqy A’Kla, Caamasi (Vertreterin des Staatsministeriums) - Saba Sebatyne, Barabel, Jedi - Sien Sovv, Sullustaner, Oberster Befehlshaber des Militärs - Tresina Lobi, Chev, Jedi Keine Zusammenstellung, mit der ich sonderlich glücklich bin. Nicht so sehr, weil auch nicht-Jedi dabei sind, sondern, weil ich die Hälfte gar nicht kenne. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich es gut finde, auch mal neue Mitspieler einzuführen, aber Leute, die sich nicht hervor getan haben (davon gehe ich jetzt mal aus, sonst hätte man ja davon gehört), als Vertreter des gesamten Jedi-Ordens in den Hohen Rat zu schicken? Kenth Hamner kommt ja wenigstens mal vor (in ‘Rebirth’, glaube ich), aber Tresina Lobi habe ich noch nie gesehen (und von ihrer Rasse weiß ich auch nur das, was in DW erwähnt wird, nämlich, dass sie graue, faltige Haut und einen Rüssel hat). Statt diesen beiden hätte man mindestens einen Vertreter der Akademie (Streen, Tionne, Kam Solusar) berufen können sowie einen corellianischen Jedi (also, *hust*, den corellianischen Jedi). Jetzt will ich aber auch ein paar e-books haben, die mir erklären, was an Tresina Lobi so besonders ist . Mara hätte ich auch gerne dort gesehen, aber sie hat Recht, wenn sie sagt, dass das nur Schwierigkeiten bringen würde. Der Hohe Rat kann leider keine Entscheidungen treffen, das tut immer noch der Staatschef allein, aber wenigstens haben die Jedi jetzt offiziell die Möglichkeit, ihn zu beraten.
Storymäßig ein paar Dutzend Seiten zurück treffen wir einen alten Bekannten wieder: Admiral Ackbar. Der hier angemessen alt und gebrechlich dargestellt wird. Angeblich aber immer noch mit rasiermesserscharfem Verstand (ich möchte der Form halber noch darauf hinweisen, dass wir hier von dem Fisch sprechen, der in ROTJ in die Falle des Kaisers getappt ist... als ob die Imps ihren Herrscher mal eben so ungeschützt auf dem Todesstern Urlaub machen lassen würden, ganz zu schweigen davon, dass scheinbar die ganze Galaxis wusste, dass das Imperium seine Truppen zusammen zog, nur die Rebellen samt Bothan nicht ). Den setzt er auch ein. Bei der zweiten Begegnung mit Jacen stellt er ihm eine Frage, und nachdem dieser eine etwas längere Antwort gegeben hat, überrascht Ackbar alle Anwesenden (inkl. Leser) mit der Aussage: “I know how to beat them now.” Der brillante Plan des Ex-Admirals? Die Yuuzhan Vong in eine Falle locken. Oh, natürlich, klar. Was für eine brillante Idee! Da hätte wirklich nur Ackbar drauf kommen können! Ich denke, man kann heraus hören, dass ich das für WJWs schlechteste Idee halte (zumal etwas ähnliches schon bei Corellia schief gegangen war). Wenigstens hat er sich einen tollen neuen Schauplatz überlegt: Ebaq, ein System im Tiefkern, eine Hyperraum-Sackgasse, mit einem aufgegebenen imperialen Geheimstützpunkt mit dem Namen (ironischerweise) ‘Tarkin’s Fang’. Jetzt sagt mir mal schnell... ist so eine Sackgasse überhaupt möglich? *seufz* Egal. Selbst wenn... so toll ist die Idee nun wirklich nicht. Sie setzt nämlich voraus, dass die Republik eine Menge Schiffe zur Verfügung stehen hat. Und damit dem so ist, sagt Williams einfach, dass die Kriegsmaschinerie gerade jetzt erst so richtig in Schwung gekommen ist und dass täglich neue Sternzerstörer etc. aus den Docks laufen. Ja, klar. (Es gibt sogar einen SSD!) Es gibt, btw, einen Vong-Gegenpart: Dass Tsavong Lah auf seinem Kreuzzug quer durch die Galaxie seine Truppen so verheizt hat, dass die Vong jetzt nur zwei Möglichkeiten offen stehen haben: die bisher eroberten Welten halten, oder die Offensive fortsetzen, beides ist nicht möglich. Im Gegensatz zum umgekehrten Fall bei der NR ist das wenigstens realistisch und nachvollziehbar. Übrigens habe ich hier gleich noch einen out-of-character-Fall zu melden: Ackbar rät dazu, außer den militärisch wichtigen Welten - Corellia, Fondor, Mon Calamari, Kuat, Hapes, Kashyyyk - keine anderen Planeten - insbesondere die voller Flüchtlinge - zu schützen. Hallo? Wenn er wenigstens Bedauern empfunden hätte, aber nein, er redet das so eiskalt runter, als wäre es ihm völlig egal, was mit den Flüchtlingen passiert.
Kleiner Einschub: Zwischen den Kapitel 21 und 22 gibt es ein ‘Lost Chapter’, 21.5, wenn man so will, das aus dem endgültigen Buch heraus genommen wurde, weil WJW der Meinung war, es würde zu sehr ablenken. In gewisser Weise hat er da Recht. Aber ‘Ylesia’, so der Titel der später als e-book erschienenen ‘Novelle’, ist eine ganz amüsante kleine Geschichte: Thrackan Sal-Solo will mit den Vong einen Waffenstillstand zu Corellia verhandeln. Geht aber gründlich schief, weil Shimrra sich dafür rächen will, dass der Gute damals bei Fondor mit Centerpoint einen Großteil der dortigen Vong-Flotte vernichtet hat. Also wird Hans Vetter kurzerhand zum Präsident der Friedensbrigade ernannt, etwas, das dazu führt, dass er von seinen corellianischen Parteigenossen ausgestoßen wird. Um seine Einwände abzuschneiden, haut Onimi ihn in die Nieren, wobei er sich vorher hat sagen lassen müssen, dass er Sal-Solo damit ziemliche Schmerzen zufügen kann und wo die überhaupt sind. Da muss man sich doch fragen... erst sind die Vong genetisch fast identisch, und dann haben sie keine Nieren...? Nun ja. Währenddessen beschließen Jacen, Kyp und Kre’fey auf der anderen Seite der Galaxis, der Friedensbrigade eine Lektion zu erteilen und, auf Jacens Vorschlag hin, wollen sie das dadurch tun, dass sie nach Ylesia aufbrechen und dort die Köpfe der Brigade entwühren und öffentlich vor ein Kriegsgericht stellen. Nette Idee, mehr oder weniger nett ausgeführt, bis auf die Tatsache, dass keiner weiß, dass die Yuuzhan Vong gerade eine Flotte nach Ylesia geschickt haben, um mit der der Brigade Manöver zu üben, und die gerade da auftaucht, als Jaina Sal-Solo und ein paar andere (und Pseudo-Chief-of-State Pwoe) stellen konnte. Die folgende Boden- sowie Raumschlacht hat mir sehr gut gefallen... wenn die von DW alle auf dem Niveau gewesen wären, hätte das Buch mir mehr zugesagt.
Zurück zu Ackbars wagemutigem Plan, dem zugestimmt werden muss, weil Vergere, wie oben erwähnt, den Einsatz von Alpha Red um eine längere Zeitperiode verschoben hat: Damit die Falle funktioniert, braucht es einen Köder. Dieser Köder besteht aus dem Gerücht, dass Staatschef Cal Omas sich mit seinen Jedi-Bodyguards, Zwillingen, nach Ebaq abgesetzt habe, weil er Angst hat, die Vong könnten Calamari angreifen. ‘Gechanneled’ wird diese Information durch Mara und den beiden Geheimdiensten bekannte Spione der Vong... Nom Anor springt natürlich sofort drauf an (was imho unrealistisch ist; ich meine, jemand mit Anors Erfahrung sollte wissen, dass es zwei Arten von schlechten Lügen gibt, die, die zu unrealistisch, und die, die zu schön sind, um wahr zu sein; hier ist halt letzteres der Fall), Shimrra gefällt der Gedanke, und Tsavong Lah wird überstimmt, als er seinen Vorschlag unterbreitet, Corellia anzugreifen. Wie zu erwarten wird das Unternehmen ein gigantischer Fehlschlag für die Vong. Tsavong Lah taucht mit vier Angriffsgruppen auf, jede der kleinen Streitmacht mit Jaina und General Farlander weit überlegen, und anfangs sieht es schlecht aus für die NR. Dann jedoch taucht mehr oder weniger die gesamte Flotte auf (samt Luke und Bel Iblis und der Schmugglerallianz mit Booster, Karrde, Lando und Han) und macht kurzen Prozess mit drei der Gruppen. Was Ackbar nicht vorhergesehen hatte, war, dass Tsavong Lah versuchen würde, sich selbstmörderisch auf Jaina zu stürzen, die sich währenddessen auf den Mond Ebaq IX zurück gezogen hat. Eben das tut er aber, so dass der Mond bald mit Yuuzhan Vong überfließt. Jaina lässt sich so leicht nicht erwischen und flieht immer tiefer in die alten Gänge (auf dem Mond war früher eine Minenanlage), aber lange wird sie nicht mehr aushalten können, und die Flotte ist zu weit entfernt bzw. beschäftigt. Jacen, der bis dahin auf der Brücke der Ralroost, Kre’feys Flagschiff, die Jedi koordiniert hatte, besorgt sich - trotz Vergeres (die sich bei ihm versteckt gehalten hatte) gegenteiligen Ratschlägen - einen X-Flügler und saust davon, um Jaina beizustehen. Diese Szene erinnerte mich stark an TESB... wie Luke damals wählt Jacen den ‘Gefühlsweg’ und will lieber seinen Freunden beistehen, als sein Schicksal (oder das, was Vergere glaubt, das sein Schicksal ist) zu erfüllen. Natürlich gerät er in Bedrängnis, und Vergere widersetzt sich ihren eigenen Prinzipien und opfert sich, indem sie einen A-Flügler in irgendeinen Hauptschacht fliegt, so dass die Atmosphäre aus dem Mond entweicht (nein, das physikalische Prinzip habe ich nicht verstanden, aber ich glaube WJW einfach mal, dass das funktioniert). Das klingt jetzt vielleicht hart, aber ich denke, im Endeffekt war es besser so. Das ganze Buch über hat man gemerkt, dass Vergere sich mit der ‘neuen Welt’ nicht so recht arrangieren konnte. Zurück zu ihrer Tat: Alle Vong sterben, nur Tsavong Lah nicht. Der weiß, dass die Schlacht verloren ist, aber bevor er stirbt, will er noch jemanden mit sich nehmen, und wenn’s schon nicht Jacen sein kann, dann wenigstens seine Schwester. Also schleicht er sich an sie ran, und... stirbt. Nun gut, nicht ganz so schnell, aber auch nicht viel spektakulärer. Mit Jaina befinden sich zwei weitere Jedi, Tesar und Lowbacca. Der Druckanzug des letzteren kriegt auf einmal ein Loch und Tesar muss das flicken, damit der Wookiee nicht stirbt, also sind die schon mal aus dem Rennen. Jaina wurde währenddessen von ‘blorash jelly’, einer Art Vong-Sekundenkleber, an den Boden gepappt und kann nur ihre Arme bewegen. Anstatt sie mal schnell zu köpfen, verbringt Tsavong Lah zwei Seiten damit, mit ihrem Lichtschwert (rückwärts gehalten natürlich) zu fechten, was sich ziemlich langweilig anhört und auch so liest. Einmal schlägt er ihr ihr Lichtschwert aus der Hand, was aber gar nichts macht, weil Lowies Säbel grade greifbar ist, und weil sie Levitation nur mit ihrem eigenen geübt hat, nimmt sie das auf dem Boden liegende Lila Lichtschwert(tm) mit der Macht auf und rammt es Lah in den Hals. Ende. Aus. Tot. Alles in allem viel zu unspektakulär und sogar unnötig. Wenn Tsavong schon als einziger Vergeres Suizid-Tat überlebt hat, hätte er dann nicht einen coolen Null-G-Kampf gegen Jacen machen können (Stover hätte das so geschrieben, der wollte schon in ‘Shatterpoint’ einen einbauen)? Und von Dramatik auch keine Spur. Ich kann ja verstehen, dass man Jaina nicht abkillen will, aber hätte nicht wenigstens Lowie drauf gehen können? Noch mal kurz zu Vergere: Die erscheint Jacen als Geist (und nicht nur ihm, sondern sogar dem ganzen ‘Jedi Meld’). Scheint also doch keine von Yoda ermittelte Technik zu sein, wie von manchen vermutet. Aber natürlich sind sich da selbst die NJO-Autoren untereinander uneins... Daeshara’cor z.B. verschwindet nach ihrem Tod, Anakin aber nicht, muss also nichts bedeuten.
Nach der Schlacht muss jemand verantwortlich gemacht werden, und da Tsavong Lah verständlicherweise nicht zur Verfügung steht, erklärt Shimrra kurzerhand unseren Freund Nom Anor zum Staatsfeind Nr.1. Es bleibt offen, was er nach seiner Flucht macht, aber ich hoffe ja, dass er die Führung unter den Shamed Ones übernimmt.
Und was sind die Folgen dieser Schlacht, in der ein Drittel der Vong-Streitmacht vernichtet wurde? Ich hoffe, dass wir nicht zu alten Bantam-Methoden zurück kehren werden, bloß dass die Feinde nicht nach 3, sondern nach 14 Büchern vollständig ausgelöscht sind; dagegen spricht natürlich, dass noch vier Romane zwischen DW und dem (bitteren?) Ende stehen, und mit irgendwas muss man die ja füllen, aber möglich wär’s, vor allem nach Alpha Red.
Wenn eines nach DW (insbesondere den letzten Seiten) klar ist, so, dass Shimrra nicht der uneingeschränkte Herrscher über die Vong ist. Es gibt kleine Hinweise (und am Schluss einen großen), dass er eine Puppe ist, die nach der Pfeife des Shamed One Onimi tanzt, vielleicht, ohne es zu wissen (den ersten Absatz im unteren Abschnitt auf Seite 446 interpretiere ich zumindest so). Trotzdem denke ich nicht, dass Onimi eine große ‘Graue Eminenz’ ist... da ist noch jemand. Nur muss man sich fragen... wer? Es muss wohl jemand von den bereits eingeführten Charakteren sein (weil es etwas spät ist, jetzt noch jemand neuen vorzustellen), aber mir fiele kein geeigneter Kandidat ein. Es sei denn natürlich... die Götter existieren wirklich.
Jacens Schicksal... ich denke, Luke hat, ohne es zu wissen (wie bei der Ritterschlag-Zeremonie bei Jaina), schon angedeutet, was Jacens Schicksal (destiny, nicht fate) ist: die Vorstellung, die die Jedi von der Macht haben, zu ändern.
Mein Fazit zu dem gesamten Roman? In einem Wort zusammen gefasst: enttäuschend. Ich kannte ein paar der kleineren Spoiler und habe Gespräche und Interviews mit dem Autor mitgelesen, so dass ich ziemlich viel erwartet hatte. Vielleicht war das ein Fehler. Und sicherlich hätte DW einen besseren Eindruck gemacht, wäre meine Erwartungshaltung nicht so groß gewesen und hätte ich das Buch nicht über einen so großen Zeitraum (zwei Wochen) gelesen, aus verschiedenen Gründen. Das Buch hat ein paar hervorragende Szenen (die politischen Spielereien, viele der Szenen, in denen die Vong näher beleuchtet wurden), einige nicht so berauschende (die meisten Schlachten, die mir einfach zu lang waren und keinen Spaß gemacht haben, sowie die Szenen mit Ackbar, die ich etwas arg gezwungen fand, und die am Anfang mit Pellaeon) und eine Menge, die teilweise so, teilweise so waren (z.B. die ‘Knighting Ceremony’, die Ratssitzungen, Maras Unterwasserverfolgung). Insgesamt schaut meine NJO-Rangliste jetzt so aus (im Augenblick zumindest, das ändert sich immer mal wieder; geordnet von unten nach oben): - Balance Point - Jedi Eclipse - Dark Journey - Hero’s Trial - Onslaught - Vector Prime - Rebel Stand - Star By Star - Rebel Dream - Destiny’s Way - Conquest - Ruin - Rebirth - Traitor
(Oktober 2002)
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