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Rezension
The New Jedi Order 7: Edge of Victory I: Conquest
Keyes hat eine klare Handschrift... oder wie auch immer man das sagen will. Seine Sätze sind leicht verständlich konstruiert und doch nicht kindlich. Das Buch ist sehr 'fast-paced' (es gibt kein dt. Wort dafür) und ich hatte es in einem Tag durch (mit einer Nacht dazwischen, allerdings), was man nicht den 'nur' 290 Seiten aufhalsen kann. Ich hatte, im Gegensatz zu sonst bei solch 'kurzen' Büchern, nicht den Eindruck, dass ein paar mehr Kapitel dem Buch nicht geschadet hätten; Keyes hat das Buch meisterhaft abgeschlossen und ich kann es nicht erwarten, Rebirth in die Finger zu kriegen, weil ich hoffe, dass es da genauso sein wird. Auch die Einteilung in Kapitel deutete nicht (wie beim einzigen anderen Mal wo geschehen) an, dass die gleiche Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wurde, sondern war durchaus sinnvoll und gliedert in drei vom Schauplatz her gleiche, vom Thema aber völlig unterschiedliche Teile des Textes. Einziger Nachteil dessen war vielleicht die Linearität, die aber nicht so sehr gestört hat, da Cq ohnehin ein nur auf Anakin konzentrierter Roman war.
Zugegebenermaßen, ich hatte nichts Gutes erwartet, nachdem ich mir Meinungen über Keyes' Bablyon5-Buch angehört und gleich zu Anfang einige Parallelen zu Mittelklasse-Büchern wie den Junior Jedi Knights entdeckt hatte. Glücklicherweise wurden meine Erwartungen jedoch enttäuscht; die JJK-Charaktere sind gewachsen, sie sind reifer. Ich habe mich sogar dabei ertappt, mehr von Uldir (dessen Geschichte hier leider nur angeschnitten wurde; deshalb empfehle ich für 'Rebirth', wo er wohl häufiger vorkommen wird, die JJK (nochmal) zu lesen) und sogar Ikrit sehen zu wollen.
OK, fangen wir beim Cover an: Anakin sieht nicht sonderlich Anakin-like aus (zumal er auf dem Cover grüne Augen hat; soll das Tahiri sein oder was ;-)), und wirkt jünger, als er ist. Die Yuuzhan Vong hinter ihm soll wohl eigentlich Nen Yim darstellen, hat aber fünf statt vier Fingern (überhaupt sieht es sehr wie eine 'künstliche' Hand aus, was nicht zu ihnen passen würde (die zwei silbernen Punkte deuten an, dass es 'reingeclippt' wurde), ich bin vom Text her von 'gewachsenen' Nägeln etc. ausgegangen). Und der Kerl daneben ist aber eindeutig Vua Rapuung, der Blick beweist's (interessant, dass Anakin und die 'Formerin' 'klar' gemalt wurden, er aber nicht). Hinten, über dem DelRey-Logo, ist das Zeichen für NJO-Bücher -- das System scheint sich also wohl durchgesetzt zu haben. Ganz allgemein zur Aufmachung ist zu sagen, dass sie weit 'moderner' ist als von den anderen NJO-Büchern; interessant ist auch das grüne Logo (bis jetzt gab es folgende Farben: blau, rot, gelb, rot, blau, rot; grün -- eigentlich müsste 'Rebirth' rot sein, durchbricht aber die Reihe, weil da das Logo pink ist *buah*). Mann, das wird eine lange Rezension, wenn ich schon zum Cover soviel sagen kann . Achja, wenn man genug Fantasie hat, kann man auf der linken Backe ein 'SF' entdecken (natürlich bestimmt zufällig, da SW ja keine Science-Fiction ist; ja, ich weiß, dass hinten 'Del Rey Science Fiction' steht, verdammt ).
Lassen wir Karte und Vorspann mal aus und kommen gleich zur Timeline: Der Jedi Apprentice-Fehler wurde gefixt, wenn auch nicht in der Weise, die ich erwartet hätte (die mögen Scholastic nicht besonders, glaube ich). Erstaunlicherweise stehen BP und Cq unter '25 Jahre nach ANH'... Interessant auch, dass 'Rebirth' schon drin steht, sonst war das nicht der Fall.
Und hier sind wir bei den Dramatis Personae. Interessant, bis auf VP hatte jedes NJO-Buch sie. Naja. Einen Fehler gibt es: Ikrits Spezies ist sehr wohl bekannt; er ist nämlich ein Kushiban (wurde glaub ich in JJK4 erwähnt). Schon hier wird auch klar, dass zwei neue YV-Klassen eingeführt werden; dazu später. Valin Horn ist gelistet, was die Stunde, da wir Corran zu sehen bekommen, wohl näher rücken lässt *freu*.
So, jetzt komm ich zum eigentlichen Buch : Der Prolog zeigt schon, wie sich die Lage geändert hat -- gegen die Jedi. Und, wie schon gesagt, ich hätte gern mehr von diesem erwachsenen Uldir gesehen. Da Kyp in den DP nicht gelistet war, hatte ich nicht angenommen, dass er sonderlich vorkommen würde -- diesmal wenigstens hatte ich recht. Ich kann ihn ja ohnehin nicht ausstehen, deshalb hat mir das gar nichts ausgemacht. Die ersten 40 Seiten sind im Grunde nur eine Einleitung, zu der ich nicht viel zu sagen habe; erst ab Anakins 'Flucht' geht's richtig los:
Anakin hat genau die gleichen Probleme und Gedankengänge wie ein typischer pubertierender 16-jähriger bei uns; bloß haben die, wie Luke schon sagte, auch keine so gefährlichen Möglichkeiten, ihrem Frust Ausdruck zu geben.
Vua Rapuung war ein hervorragender Charakter (wie auch alle anderen in diesem Buch). Zuerst habe ich ihn für völlig verückt gehalten (und Anakin auch; wie konnte er ihm nur trauen), aber das Verständnis hat sich dann langsam eingestellt -- und, wie wir sehen, hatte er am Ende Recht.
Hier ist das erste Mal, wo man richtig merkt, dass das ganze auf einer 'großen' Welt spielt und nicht nur einer Kugel mit ein paar Tempeln, die alle nahe beieinander liegen. Ich fand es auch nicht schade, dass wir die Tage, die Anakin unterwegs war, nicht 'miterlebt' haben, da es ja scheinbar nichts besonders gab und Keyes eine gute Beschreibung gegeben hat. Auch sonst ist das Buch recht 'realistisch', denn Anakin pflügt sich nicht durch die Reihen der YV und wird einigermaßen 'angemessen' verletzt, als er vor ihnen flüchtet -- und zwar mehrmals, nicht nach der 'einmal-reicht--mein-held-muss-sein-image-aufpolieren-Masche'...
Anfänglich habe ich ja nicht verstanden, von was die Shapers da gelabert haben, aber nach und nach kam ich dahinter -- Keyes hat sie gut und interessant dargestellt. So langsam müssten wir doch alle Klassen kennen? Krieger, Priester, Former, Beschämte (btw, das System der Beschämten war auch klasse; ob der wohl LF's Alien Chronicles gelesen hat, es gab Parallelen?)... was kommt als nächstes, Götter?
Oh, schon das nächste Thema: Wir erfahren in Cq sehr viel mehr über die Religion und den Glauben der YV als in allen anderen vorher zusammen. Und irgendwie 'verstehen' wir sie jetzt auch besser, so wie Anakin...
Ein guter Übergang macht die halbe Note, pflegte meine Deutsch-Lehrerin zu sagen : Nicht sonderlich überraschend, dass Anakin das Rätsel um die 'Macht-Losigkeit' der YV gelöst hat, wo doch Luke und Ikrit schon dauernd sowas angedeutet haben, aber auf den Grund wär ich nie gekommen (meine Gedanken gingen in Richtung 'YV vergöttern Schmerz, deswegen hat die Macht sie 'verstoßen''). Ich frage mich, ob man diese 'höhere Einheit' ebenfalls kontrollieren kann, und ob die YV ein Äquivalent zur Macht haben (das in 'unserer' Galaxie aber nicht funktioniert und von Schmerz angetrieben wird).
Gut waren auch die Szenen, in denen Tahiri langsam verwandelt wurde -- was zu erwarten war, aber nicht so, wie es dann geschah... Ich denke übrigens nicht, dass das letzte Wort in der Sache schon gesprochen ist. Entweder wird Tahiri sich am Ende opfern oder Anakin wird sie töten müssen, um die Galaxis zu retten -- weiß nicht, warum, ist nur so ein Gefühl.
Für den Ugly-Preis von TFN nominiere ich eindeutig die Szene, wo Vua die beiden Krieger per Augenhöhlen hochhebt *ugh*...
Ich würde gern wissen, wie der Übersetzer 'provoker spineray' übersetzen will *eg*.
Und warum ist die Errant Venture rot? Ich dachte, es gab nicht genug Farbe? Hab ich was verpasst?
Jetzt, wo Corran wieder da ist, wird der Kampf der YV denke ich zum Erliegen kommen -- seine blose Anwesenheit sorgt dafür, dass die Narben wieder zuwachsen . Aber ich glaube wirklich, dass die New JEDI Order bald in ein neues Kapitel starten wird -- eins ohne YV oder vielleicht mit einer kleinen YV-Minderheit? Nun, jetzt, wo Anakin ihr 'Geheimnis' kennt...
Ein letztes noch: Möglich, dass ich eine zu hohe Wertung gegeben habe, aber hey, das letzte SW-Buch war im November 2000, und da bin ich wohl mitgerissen worden (die bleibt aber auf jeden Fall stehen, wenn Rb auch so gut wird)...
(April 2001)
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