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Rezension

Jedi Apprentice 18: The Threat Within

Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht erwartet, ein hervorragendes Buch zu lesen, nachdem ich die Punkte-Wertung bei TFN gesehen hatte (2.5/4). Doch TFNs Geschmack unterscheidet sich wieder stark von meinem (siehe JA17), ich gebe nämlich 8.5/9.
Ich fange, wie immer, mit dem Cover an: Die einfarbigen Gebäude und der ebenfalls graue, nüchterne, sterile Steg passen wunderbar zum Buch. Das war das Positive. Qui-Gon sieht leider überhaupt nicht nach Liam Neeson aus (er erinnert mich auf dem Cover an einen Schauspieler, ich komm nur nicht drauf...), und den jungen Mann, der sich mit ihm duelliert, könnte man zwar für eine ältere Version des 14-jährigen Obi-Wans halten, nicht jedoch für eine jüngere Ausgabe von Ewan MacGregor... Und was die Statue da zu suchen hat, weiß ich auch nicht... erstens passt Kunst nicht in die Welt von Vorzyd 5, zweitens glaube ich nicht, dass die Vorzydianer, selbst wenn sie Statuen meißelten, gerade einen Menschen nachbilden würden... Und was hat Obi-Wan eigentlich für komische Schuhe an?
Nun gut. 'The Threat Within' könnte vieles heißen, und ist auch nach Lesen des Buches noch mehrdeutig. Was ist nun genau gemeint? Flip? Die 'Freebies' im Allgemeinen? Obi-Wans Ungeduld? Qui-Gons Zögern, ihn gehen zu lassen? Oder vielleicht doch alles zusammen? Ich denke ja, letzteres.
Auch hat man sich beschwert (u.A. bei amazon), dass der Plot nichts sonderlich neues sei. Eine Mischung aus JA 5, 6, 7, 9 und 10. Ich kann nicht verneinen, dass Elemente daraus enthalten sind (Kinder üben den Aufstand, Schüler werden indoktriniert, zwei Planeten bekriegen sich). Was das letzte angeht: die Jedi haben nicht umsonst den Beititel 'Wächter des Friedens'. Ich kann mir gut vorstellen, dass sowas zu den Standard-Missionen eines Jedis gehört (daher auch Obi-Wans mangelnde Begeisterung)...
Sowohl Obi-Wan wie Qui-Gon werden hier sehr gut beschrieben, besser noch als in vielen anderen JA-Romanen. Obi-Wan wird erwachsen, er wirkt reifer als früher, er lernt ständig dazu. Qui-Gon spürt das, und ist stolz, und doch fürchtet er den Tag, an dem sein Padawan ihn verlassen und ein Jedi sein wird (interessant dann ja die zweite Szene des Rats auf Coruscant in TPM und was darauf folgt). Was die Autorin erkannt und eingebracht hat: Qui-Gon ist nicht nur ein Meister und Obi-Wan nicht nur ein Schüler. Obi-Wan hat die Lücke, die Xanatos hinterlassen hat, nicht nur gefüllt; er hat den Platz, den der Verräter einnahm im Herzen Qui-Gons, erweitert (und ohne das wäre Qui-Gon sicher nie so schnell oder so gut über den Verlust Tahls hinweg gekommen). Obi-Wan hat vier Jahre seines Lebens, die vier wichtigsten Jahre imho, mit seinem Meister verbracht. Wenn man sie im Verlauf der JA beobachtet, spürt man eines, und doch merkt man es erst jetzt: Sie sind wie Vater und Sohn! Wie viel besser können wir jetzt verstehen, welche Auswirkungen Qui-Gons Tod auf seinen 'Ziehsohn' gehabt haben muss und haben wird?
Zur Story: Eigentlich ist sie vorhersehbar, die Autorin schafft es jedoch, den Leser an er Stange zu halten. Dennoch hat man das Gefühl, dass sie wirklich nur ein Aufhänger ist für das Verhältnis Qui-Gon/Obi-Wan.
Da ich diesen Aspekt schon abgedeckt habe, hab ich jetzt nichts mehr zu sagen .

(April 2002)

 

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