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Rezension

I,Jedi

IJ ist, meiner Ansicht nach, das beste StarWars-Buch, das je geschrieben wurde und darf in keiner Sammlung fehlen; wegen der +-Überlastung war es auch der Grund, dass ich die Rezensionsart gewechselt habe .

Was, immer noch da? Na gut, schreib ich halt mal etwas ausführlicher, aber macht euch auf was gefasst:

‘I,Jedi’ ist der einzige SW-Roman, der in der ersten Person geschrieben wurde. Nun ist ja aus der Schulzeit bekannt, dass die “Ich-Perspektive” zwar leichter zu schreiben ist, die Möglichkeiten aber einschränkt. Stackpole wusste das scheinbar nicht, denn die 1. Person schraubt hier überhaupt nichts runter, im Gegenteil, in der 3. Person hätte man das alles gar nicht so schreiben können, wie es geschehen ist. Einerseits wird dadurch natürlich die Spannung erhöht (weil wir nur wissen, was auch Corran bekannt ist), andererseits verleiht es dem Buch eine ‘persönlichere’ Note und vertieft die Atmosphäre. Da Corran durch seine Zeit bei CorSec ein geschultes Auge hat, ist es nicht widersprüchlich, dass alles so genau erklärt ist. Corrans natürlicher trockener Humor ‘sorgt dafür’, dass, auch in eigentlich ernsten Szenen, das Buch sehr witzig ist (für mich, dessen Humor in die ähnliche Richtung geht), allerdings mehr in der zweiten Hälfte.

Das Coverbild gefällt mir, obwohl Luke etwas jung aussieht und Corrans Lichtschwert nicht grün, sondern silber sein sollte...

Das Kurzgespräch mit Han in Wedges Wohnung fand ich etwas seltsam, Han würde meiner Meinung nach nicht genau das sagen, was er gesagt hat... das gleiche gilt für die Szene auf dem Großen Tempel auf Yavin 4.

Die für mich interessanteste Passage war Corrans Zeit in der Jedi-Akademie. Viele Leute sind der Ansicht, dass es für ihn viel zu glimpflich abgegangen sei, und überhaupt dass Corran wohl kaum für alle ‘guten’ Dinge verantwortlich war... Für die, die nichts auf KJA kommen lassen wollen, sage ich, “Er erzählt es ja; muss ja nicht alles stimmen”, und für die anderen, die einfach bloß einen Negativ-Punkt gesucht haben, “Wer denn sonst?” . Mir gefällt es logischerweise, da Corran schon immer mein Lieblingscharakter war. Es erklärt auch Dinge, die vorher unklar waren (Exar Kuns Abhörgerät hat wohl während der Besprechung nicht ganz funktioniert, etc.). Außerdem zieht sich Corran später ja einige Verletzungen zu, man sieht, dass auch er Fehler hat, und sein Lichtschwert funktioniert schließlich auch nicht ganz so, wie es soll. Und überhaupt, ich frage mich, was aus der JAT geworden wäre, hätte Stackpole sie geschrieben... ok, mehr X-Flügler vielleicht, aber auf jeden Fall besser (ja, und keine Qwi Xux natürlich). Hier anzumerken auch, dass Anderson drei Bücher für etwas gebraucht hat, was Stackpole in einem halben abgehandelt hat... nichts für ungut.

Zurück zum Wesentlichen: Mir hat auch gefallen (ich sollte das abkürzen, ich verwende es hier so oft ), dass man mehr über die Jedi im Allgemeinen, Lukes Lehrmethoden, die Anwendung der Macht und den Bau von Lichtschwertern erfahren hat, dazu noch gut erklärt und ohne Widersprüche. Der ach so unverwundbare Luke wird hier gar nicht so heroisch dargestellt, und interessant auch, dass Corran die Macht selbst in Frage stellt (bzw. die uns übliche Sicht der Macht).

Fand ich irgendwie einen erstaunlichen Zufall, dass Han sich auf Carida vor den Imps gerettet hat -- zumal ja A.C. Crispin die Geschichte etwas anders erzählt... Wo wir schon dabei sind, der Name ‘Jenos Idanian’ kam mir schon verdammt bekannt vor (und nicht nur, weil ich das Buch schon ein Dutzend mal gelesen hatte)... nach einigem Nachdenken weiß ich jetzt auch, warum: Es war eine der falschen Identitäten, die Han nach dem ‘Großen Diebstahl von Ylesia’ benutzt hatte -- logisch, dass Corran da bestimmt nicht auf den echten trifft .

Ich fand zwar, dass Corran ein bisschen zu leicht zu den Invids kam, aber na gut, ich will ja nichts böses sagen . Weil ich’s grad davon hab: Wie Corran sich dort einschleicht usw. hat mich teilweise an eine Mischung aus James Bond und A-Team erinnert... ich mag James Bond...

Wer war der dritte Jedi im Memni, frage ich mich (Desertwind?). Wer ist für Obi-Wan? *handhochstreck* Damit ist die Sache ja geklärt . Achja, es wird glaube ich auch davon geredet, dass Obi-Wan von Tatooine sei -- heute wissen wir, dass dem nicht so ist.

*Blattumdreh* Auf so etwas geniales wie Jedi-Daten im genetischen Code von Pflanzen zu verstecken kann doch nur Stackpole kommen...

Kann es sein, dass Jorj Kardas Jori Kardas geschrieben wird? Ich denke schon... Im Zweifelsfall hat natürlich Stackpole recht, nicht Zahn ;).

Interessant die Namen, die Corran da für Luke abgibt: Luke Starkiller (in der ursprünglichen Version von ‘The Star Wars’ hieß der Obi-Wan-Ersatz Luke Starkiller), Adam Darklighter (Biggs Darklighter war der Pilot mit dem Schnauzbart während der Schlacht bei Yavin), Biggs Skywalker (nochmal; interessant, dass sowohl Biggs als auch Luke von Tatooine kommen).

Hier lernen wir auch Elegos kennen, der ja in der ‘New Jedi Order’ eine ganz andere Rolle spielt... kannte man ‘I,Jedi’ noch nicht, ‘Ruin’ aber schon, versteht man jetzt Corrans Reaktion...

Seit langem gibt es in der EU auch wieder Raumkampf (eines der wenigen nicht-X-Wing-Bücher, wo es sowas gibt), und mir gefiel die Beschreibung der RS-Piloten in der Macht. Das nächste Mal, wenn ich in einen Simulator steig, flieg ich so wie Tycho .

Warum wird beim Stunnen immer von ‘blue bolts’ gesprochen? Wie wir seit ANH wissen, bringt der Stun-Modus keinen Strahl, sondern Kreise hervor (oder haben die Ionenblitze gemeint )...

Und jetzt kommt der Grund, warum IJ zwar das beste SW-, jedoch nicht das allgemein beste Buch (‘Magician’ von Raymond Feist, wen’s interessiert) ist: Der Schluss. Wie erstaunlich, dass Ooryl gerade zur rechten Zeit kommt, und auch noch mit Luke, von dem Corran sich ja nicht gerade freundlich verabschiedet hatte... dann: Warum gleich fünf Jensaarai schicken? Ist doch bloß ein Jedi -- Materialverschwendung . Überhaupt fand ich die ganze Geschichte mit den Jensaarai und der Halcyon-ist-euer-Ende-Vision etwas an den Haaren herbeigezogen... als hätte Stackpole einen Schluss gebraucht, weil ein US-Buch eine gewisse Seitenzahl nicht überschreiten darf . Wie hören auch nichts davon, dass irgendwelche Jensaarai dann zu Jedi ausgebildet worden sind, was wir doch sicherlich hätten, also ist die Idee bei anderen Autoren wohl nicht so gut angekommen... ein paar Seiten mehr (und etwas weniger Bantam-Werbung) hätten dem Buch ‘guter’ getan.

(Juli 2000)

 

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