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Rezension

Jedi Quest 6: The Shadow Trap

Und wieder hat Jude Watson bewiesen, dass sie’s einfach drauf hat. Wieder ist der aktuelle band besser als der vorherige, wieder wird noch tiefer auf Anakins Charakter und seine Beziehung zu Obi-Wan eingegangen. Wieder überzeugt die Autorin durch sehr eloquente Macht-Visualisierungen. Es gibt wenig, was ich an diesem Buch aussetzen kann. Selbst die ‘comic relief’-Charaktere passten diesmal ins Bild (wenn man einen, Rorq, auch hätte weglassen können, da er nur zweimal erwähnt wird und keine großartige Rolle spielt), vielleicht waren sie sogar nötig, da die Atmosphäre teilweise sehr sehr düster wird, nicht etwas, das man von einem Kinderbuch erwarten würde.
Auch würde man von einem Kinderbuch nicht erwarten, dass etwas wirklich Relevantes darin geschehen würde, und doch hat LFL das OK für Watson gegeben, Yaddle hier umbringen zu lassen. Und ich muss sagen, mir gefällt der Tod von Yaddle trotz der oberflächlichen Ähnlichkeiten mit dem von *SPOILER Jango Fett/Zam Wesell (Comics)*
Yarael Poof sehr viel besser als dieser. Ein Detail gleicht sich -- die Ratsmitglieder ‘saugen’ zerstörerische Energie in sich auf und verhindern so eine große Gefahr, doch die Umstände sind anders. Bei Poof ist es ein garstiges weltenzerstörendes Kultobjekt, während es hier ‘nur’ um einen Giftgascontainer geht, der ‘nur’ eine halbe Stadt auslöschen könnte. Der Maßstab ist doch schon etwas anders und auch wesentlich realistischer. Mal ganz zu schweigen davon, dass die Zeichnungen des Comics imho miserabel sind und die ohnehin schon lächerliche Szene nicht besser machen konnten, während durch Watsons Schreibe hier die Szene sehr atmosphärisch dargestellt wurde.
Meine Befürchtungen (des Covers wegen) haben sich auch nicht bestätigt; Yoda kämpft zwar, aber nur ganz kurz am Ende des Buches und es wird auch nicht so genau darauf eingegangen. Eine Entmystifizierung des Charakters findet nicht statt. A propos Charakter, ich konnte Yaddle früher nicht leiden, aber ich glaube, ‘The Shadow Trap’ hat sie mir ein wenig sympathischer gemacht.
Habe ich einen Kritikpunkt? Ja. Die Länge. In 125 Seiten wird man der Hintergrundstory nicht gerecht, da hätte man mehr draus machen können (nicht, dass ich was dagegen hätte, dass Watson sich am Anfang voll auf das Meister/Padawan-Team konzentriert, aber es wäre auch ganz interessant gewesen, zu sehen, was Yaddle so treibt).

(Mai 2003)

 

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