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Rezension

Im Zuge des Klonkrieg-Programms erschienen und erscheinen im amerikanischen SW-Magazin, dem ‘Insider’, einige Kurzgeschichten.

Aaron Allston: The Pengalan Tradeoff

Was Aaron Allston angeht, so war ich immer etwas geteilter Meinung. ‘Starfighters of Adumar’ ist genial, ‘Wraith Squadron’ sehr gut und ‘Iron Fist’ und ‘Rebel Dream’ nicht viel schlechter, aber mit ‘Solo Command’ konnte ich nie so recht etwas anfangen und ‘Rebel Stand’ fand ich nach der anfänglichen Euphorie auch alles andere als berauschend. Insofern war ich gespannt, was der Autor mit dem ‘Pengalan Tradeoff’ – immerhin die erste Klonkriegsgeschichte, die an Erwachsene gerichtet ist – abliefern würde.
Und ich wurde überrascht (vielleicht auch, weil meine Erwartungen so niedrig waren, wer weiß ?): tPT darf in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden. Es gibt Humor, und es gibt auch Action, aber beide Aspekte fallen prozentual eher gering aus und stehen auch nicht im Mittelpunkt; eine Allston-Lektüre à la XW5 sollte man also nicht erwarten. Was darf man denn erwarten? Einen Blick hinter die Helme der Klontruppen, eine sehr straff gestrickte, jederzeit spannende Story mit überraschenden Wendungen, wo das Ende auch zum Anfang passt und jeder Satz sitzt (nun, fast jeder; dazu später), eine Atmosphäre ungleich der seiner anderen Bücher; das ist kein Baseballspiel, das ist der Klonkrieg, das merkt man auch, und das ist gut so. Mit 8 Seiten Text ist tPT ein wahres Leichtgewicht, auch unter anderen derartigen Geschichten, doch stört das nicht; jemand sagte mal, dass wenige Worte manchmal mehr aussagen als viele, und Allstons Werk ist der beste Beweis dafür, oder zumindest dafür, dass es nicht unbedingt vieler Worte bedarf, um zu sagen, was notwendig ist.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten; es gibt sie, kleinere Mängel im Gefüge. Die Dialoge waren überwiegend gut ‘getimed’ und glaubwürdig, manchmal jedoch hatte ich das Gefühl, ein Gespenst würde sprechen und nicht ein Klon, leicht unpassend also. Der offizielle Hauptcharakter war ebenfalls größtenteils gut getroffen, nur schien er mir teilweise zu ruhig, mit zu viel militärischer Expertise als er haben sollte. Wenn das in einem Roman passiert, ist das nicht weiter schlimm, in einer Story mit so wenigen Seiten fällt das aber natürlich schon auf; auch bin ich mir über die Notwendigkeit im Klaren, gerade bei so einem kurzen Text, die Charaktere (sprich hier Klone) den Lesern zugänglich zu machen, was hier durch die Namensgebung geschieht, ich sehe allerdings galaxisintern keinen Grund zu Jorams diesbezüglicher Aktion. Nichtsdestotrotz, am guten Gesamtbild rütteln diese ‘Unpässlichkeiten’ nicht, zumal das Ende mich wieder versöhnt hat, stellt es doch das ‘Abenteuer’ in einem größeren Zusammenhang dar.

(Januar 2003)


Michael A. Stackpole: Elusion Illusion

‘Elusion Illusion’ ist die zweite Insider-Klonkriegs-Kurzgeschichte und Stackpoles erste ‘Star Wars’-Arbeit seit Sommer 2000. Vorweg: Der Titel ist irgendwie… dämlich . Die Geschichte selbst hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen; es ist schön, Stackpole wieder SW schreiben zu sehen, dementsprechend wenig habe ich am Stil auszusetzen (wenn auch ‘lateness’ etwas arg förmlich ist). Der Plot war interessant, nur gegen Ende hin etwas konfus. Da hätte Stackpole vielleicht etwas ausführlicher werden sollen (das Teil ist mit 10 Seiten inkl. Coverbild nämlich immer noch recht kurz, wenn auch länger als ‘The Pengalan Tradeoff’). Die Charaktere sind an sich gut getroffen, aber teilweise kam es mir so vor, als wäre Aayla ein wenig unterbewertet; Mace und Ylenic behandeln sie wie eine Padawan, und doch wissen wir, dass sie schon in ‘Rite of Passage’ in den Ritterstand erhoben wurde, immerhin acht Jahre, bevor diese Geschichte hier handelt. Schön auch, Rostek und Nejaa mal zusammen zu erleben, aber auch hier wäre mehr mehr gewesen; der Stoff gibt ja einiges her, da bleibt zu hoffen, dass Stackpole einen der beiden noch unangekündigten Romane schreiben wird.
Insgesamt ist ‘Elusion Illusion’ eine sehr erträgliche Story, die mit vielen alten Bekannten aufwarten kann, deren neue Charaktere aber etwas blass bleiben. Mir hat sie in etwa so gut gefallen wie das praktisch nicht vergleichbare ‘Pengalan Tradeoff’... es bleibt abzuwarten, ob die nächste Geschichte (von meinem, *hust*, guten Freund Timothy Zahn) das Level halten kann.

(April 2003)

 

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